Gabriele Dahms

geboren am:
21.09.1944 in Freiburg i.Br.
gestorben am:
17.04.1999 in Heidelberg

Gabriele Dahms, von ihren Freunden nur Gabi gerufen, ist leider viel zu früh mit 55 Jahren gestorben. Ihre Eltern haben einen Textilgroßhandel in Mannheim-Käfertal.

Nach der Schulzeit besucht sie die Textilfachschule in Nagold und macht dort ihren
Abschluss als Textilbetriebswart. Danach arbeitet sie im elterlichen Betrieb.

1965 entscheidet sie sich aber für die Malerei und studiert zwei Jahre bei André Sangsué in Genf, später bei Heinz Trökes in
Berlin und Salzburg sowie bei Erich Kraemer in Luxemburg.

1980 erhält sie ein Stipendium der Stadt Mannheim für Sestola in der Emilia Romagna. Danach unternimmt sie ausgedehnte
Reisen nach Fernost und setzt sich intensiv mit der dortigen Philosophie und dem Taoismus auseinander.

Dahms hatte viele Einzelausstellungen in der Region, aber auch in Österreich, Belgien, Italien, Luxemburg und Monaco. Werke der Künstlerin wurden von Privatsammlern und Banken erworben, sowie von öffentlichen Institutionen (Kunsthalle Mannheim und dem Regierungspräsidium Karlsruhe).

Gabriele Dahms fand über die tachistische Malweise seit Ende der 1970er Jahre zu immer konzentrierteren, stilleren Formulierungen. Ihre Arbeiten sind „Meditationsbilder“, „vor denen man still wird, gedankenvoll und schließlich gedankenleer“ (Hans Gehrke, 1991).

Ihre Arbeiten sind einfach, still sowie sparsam in der Verwendung gestalterischer Mittel und oft sehr großformatig. Die beeindrucktesten von ihnen messen 2,50 auf 2,50 Meter und hängen im Depot der Künstlernachlässe, aufgehängt wie auf Kleiderbügeln in luftiger Höhe.
Die Arbeiten haben monochrome Flächen, sind rechteckig begrenzt, auf denen einzelne Farbschichten übereinander oszillieren. Es gibt Bearbeitungsspuren, mitunter wird auch Sand und Erde verwendet. Vereinzelt sind Balkenformen zentral positioniert.

Den Bildtitel „Tao“, der Weg, den sie durchgängig seit 1983 für alle ihre Arbeiten verwendet, umschreibt ihre künstlerische Haltung ebenso wie ihr malerisches Programm.
„Angestrebt wird eine meditativ introvertierte Präsenz der Bilder; entwickelt aus der Motorik des  menschlichen Körpers – wobei die sogen. Chakras (Energiezentren des Menschen aus dem Hinduismus und dem Yoga) für sie eine bedeutende Rolle spielten. 

 

In der Tradition von Mark Rothko und Barnett Newman stehend, lassen sich die Gemälde von Gabriele Dahms dem meditativen
Expressionismus zuordnen“ (Jochen Kronjäger, 2009).

Text: Silvia Köhler/ Dr. Jochen Kronjäger

Fotos: Künstlernachlässe Mannheim

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