Peter Schnatz

geboren am:
28.07.1940 in Ebringen bei Freiburg i.Br.
gestorben am:
14.10.2004 in Mannheim
  • Auszeichnungen
    • 1969 Hans-Purrmann-Preis der Stadt Speyer
    • 1970/71 Stipendium für die Cité Internationale des Arts, Paris
    • 1979 Goldmedaille für Malerei, Toulon
    • 1980 Stipendium der Kunststiftung Baden-Württemberg
  • Literatur (Auswahl)
    • Manfred Fath und Robert Kudielka, Katalog "Synthesen", Ludwigshafen am Rhein 1970
    • Heinz Fuchs, Katalog Peter Schnatz, Kunsthalle Mannheim 1971
    • Ursula Lind-Pawlak, Katalog Peter Schnatz, Kunstverein Schwetzingen 1984
    • Werner Marx, Kunstzeitschrift "Passagen", 1988
    • Werner Marx, Katalog "Grenzmarken", Kunstverein Landau, 1990
    • Werner Marx, Katalog "Haut"-Bilder von 1988 bis 1991, 1991
    • Siegfried Gerth, Jochen Kronjäger und Werner Marx, Katalog „Peter Schnatz – Gemäldezyklen“ zur Ausstellung 1996 in der Kunsthalle Mannheim
    • Foto: Peter Schnatz von Theda Kronjäger
  • Einzelausstellungen (Auswahl)
    • 1962 Damm 17, Mannheim
    • 1963 Galerie im Theater, Mannheim
    • 1966 Galerie Tangente, Mannheim
    • 1967 Galerie T, Heidelberg, Freiburg / Breisgau und Tübingen
    • 1968 Galerie Tangente, Stuttgart
    • 1969 Galerie im Schloß, Darmstadt; Kunstverein Speyer
    • 1971 Cité Internationale des Arts, Paris; Kunsthalle Mannheim
    • 1972 Tangente Mainz
    • 1974 Die Galerie (Bausback), Mannheim
    • 1975 Galerie Holz, Mannheim
    • 1976 Ausstellungsraum der Stadt Mainz
    • 1977 Die Galerie (Bausback), Mannheim; Galerie Holz, Mannheim
    • 1978 Galerie Valle, Weisenheim
    • 1979 Kunstverein Bruchsal; Galerie "Alt Frankenthal", Frankenthal
    • 1980 Hölzerlips-Zyklus in Hemsbach / Bergstraße
    • 1981 Kunsthalle Mannheim
    • 1982 Haus der Kunststiftung Baden-Württemberg, Stuttgart; Zehnthaus Jockgrim
    • 1984 Kunstverein Schwetzingen
    • 1985 Galerie Stübler, Hofheim a.Ts
    • 1986 Galerie O.G. Zimmermann, Mannheim
    • 1988 Galerie Stübler, Hannover
    • 1990 Werkstattgalerie Heidelberg (zusammen mit Edgar Schmandt)
    • 1993 Villa Meixner, Brühl / Baden-Württemberg
    • 1995 Galerie Stübler, Hannover
    • 1996 Kunsthalle Mannheim
    • 1998 Kunst im Amtsgericht, Schwetzingen
    • 1999 Galerie Ars Videre, Bellheim
    • 2000 Galerie Josef Nisters, Speyer; Galerie Artec Nr.1, Mannheim
  • Arbeiten in offentlichem Besitz (Auswahl)
    • Regierungspräsidium Karlsruhe
    • Stadt Ludwigshafen am Rhein
    • Kunsthalle Mannheim
    • Hallenbad Mannheim-Neckarau
    • Geschwister-Scholl-Schule Mannheim-Vogelstang
    • Carl-Benz-Schule Mannheim-Neckarstadt
    • Nachbarschaftshaus Mannheim-Rheinau
    • Stadt Speyer
    • Staatsgalerie Stuttgart
    • Kunstkreis Südliche Bergstraße, Wiesloch

Der Mannheimer Maler Peter Schnatz gehörte wegen seiner individuellen malerischen Konzeption seit dem Beginn seiner künstlerischen Tätigkeit 1962 zu jenen Mannheimer Künstlern, die sich überregionaler Beachtung und Würdigung erfreuten. In zahlreichen Ausstellungen sowie mit Stipendien und Preisen wurde sein kompromissloses Werk gewürdigt, er gehört zu den bedeutendsten Mannheimer Künstlern. 

1940 in Ebringen bei Freiburg i. Br. geboren, ging 1958 nach Schule und Abschluss einer Ausbildung zum Schaufenstergestalter nach Mannheim, um an der Freien Akademie bei Professor Paul Berger-Bergner zu studieren. Ihm verdankt Peter Schnatz – wie übrigens eine ganze Generation von im Rhein-Neckar-Dreieck tätigen Malern – wesentliche Anregungen und Impulse bei der Ausbildung einer eigenen Bildsprache. Nach Abschluss seines Studiums 1962 war er bis zu seinem Freitod 2004 als freier Maler in Mannheim tätig.Er wollte die Phantasie, das Nachdenken und das kreative Nachvollziehen des Betrachters anregen, indem er Konstruktionen gegen Gestik, unstrukturierte gegen strukturierte Formen und Flächen, Monochromie gegen Polychromie, Nichtfiguration gegen Figuration setzte. 

Wichtige Serien entstanden im Laufe der Jahrzehnte, darunter seine sogenannten Neo-Ikonen (ab 1962), abstrakte Bildwerke auf Holz, denen eine starke Kraft innewohnt; es folgten Gemälde mit monochromem Hintergrund, Farbnetzen und konstruktivistischen Elementen, aber auch mit Versatzstücken aus der Grafik oder der Pop-Art.

In der 1970er Jahren entstand sein Hölzerlips-Zyklus, 1976 rettete er sich selbst aus einer existenziellen Krise mit seiner Serie der Andreaskreuze, die quasi – Tag für Tag entstanden – zur Selbstvergewisserung mit dem Entstehungsdatum versehen wurden.Aber auch eine Kartoffelserie entsteht, wobei er – in ganz traditioneller Weise – einen Zentner Kartoffeln kaufte und jede Kartoffel einzeln malte. Es folgen in den 1980er und 90er Jahren seine sehr großen, fast vollständig in Schwarz gehaltenen Gemälde, die in informeller Manier pastos aufgetragen waren, aber immer auch figurative Anklänge enthielten. In gleicher Weise sind seine Haut- und Erdhautbilder zu sehen. 

Gegen Ende seines Lebens entstand noch eine Serie mit Ölbäumen und  Provence-Motiven, die sich in intensiven Farben vom gelben oder blauen Hintergrund abheben.

Sein Nachlass befindet sich bereits bei uns in der Stiftung.

Zum Werkverzeichnis von Peter Schnatz

Es existiert bereits ein Werkverzeichnis zum Œuvre des Mannheimer Künstlers Peter Schnatz, das Dr. Jochen Kronjäger als Kurator der Ausstellung "Peter Schnatz – Gemäldezyklen" in der Kunsthalle Mannheim in Zusammenarbeit mit dem Künstler
1996 anlegte. Es ist enthalten im gleichnamigen Katalog zu der Ausstellung.
Bei der Fortführung des Werkverzeichnisses bis zum Todesjahr 2004 ging es hauptsächlich darum, die Lücken zu schließen und mit einer neuen Nummerierung auf die hinzukommenden Arbeiten Rücksicht zu nehmen.
Im Unterschied zu dem Werkverzeichnis von Norbert Nüssle, das im Jahr 2011 der Öffentlichkeit vorgestellt werden konnte, werden jetzt auch Zeichnungen, Plastiken und Druckgrafik aufgenommen, um einen umfassenden Überblick zu geben und dem Schaffen des Künstlers in einer Zeit des Umbruchs – die 1960er / 1970er Jahre – gerecht zu werden. 
Dabei handelt es sich bei diesen ersten etwa 130Arbeiten, die wir jetzt, Anfang Juni hier veröffentlicht haben, zum einen um Werke aus dem Nachlass, die heute in der Stiftung Künstlernachlässe Mannheim beheimatet sind, und zum anderen um Arbeiten bei Sammlern.
Im Unterschied zu Norbert Nüssle, dessen Œuvre sich hauptsächlich in seinem Atelier oder in ausgewählten  Museen und Galerien befand, kauften sehr viele Freunde, Bekannte und andere Unter-stützer Schnatz' Werke, die wir jetzt aufgenommen haben.
Grundsätzlich wurde versucht, alle dem Künstler bekannten Sammler und nach einem Zeitungsaufruf im letzten Jahr weitere Liebhaber seiner Kunst aufzusuchen, deren Werke auszumessen und zu fotografieren. Ihnen allen gilt unser herzlicher Dank. Es wurde bewusst darauf verzichtet, ihre Namen zu nennen, da sie es zumeist nicht wünschten.
Die Nummerierung erfolgt aufsteigend nach der Jahreszahl des Entstehens, innerhalb des jeweiligen Jahres ist nicht weiter sortiert worden. Denn nur selten gab es Anhaltspunkte über die genauere Entstehungszeit.  Alle Arbeiten des Künstlers wurden nachgemessen, die angegeben Entstehungsdaten konnten anhand der Signaturen überprüft werden, weshalb häufig Abweichungen zu den in Katalogen oder Büchern verzeichneten Angaben festzustellen sind. Gleiches gilt für die Bezeichnungen des Materials.
Dr. Susanne Kaeppele/ Dr. Jochen Kronjäger - Juni 2013

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